Schmetterlinge – Funkelnde Juwelen unserer Wiesen und Wälder
helge 16. Juni 2010
Unsere farbenfrohen Schmetterlinge sind beliebte Fotomotive im Urlaub, beim Wandern und Spazierengehen – aber wie lange noch?
Flügelt ein kleiner blauer
Falter vom Winde geweht,
Ein perlmutterner Schauer
Glitzert, flimmert, vergeht.
So mit Augenblicksblinken,
So im Vorüberweh’n,
Sah ich das Glück mir winken,
Glitzern, flimmern, vergeh’n …
– Hermann Hesse -
Schmetterlinge begegnen uns überall dort, wo die Natur noch einigermassen intakt ist. Also vorwiegend am Wochendende oder im Urlaub, beim Wandern oder auf einem Spaziergang draussen an der frischen Luft, denn wo sucht der moderne Mensch Ruhe und Erholung, wo kann man besser Abschalten als in der freien Natur, in unverbauter, lieblicher Landschaft?
Auf Reisen in den Süden sind sie allgegenwärtig, im Mittelmeerraum teilweise sogar das ganze Jahr über. Beim Urlaub im Ferienhaus in der Toskana oder der Provence, in Spanien oder Griechenland hat jeder, der mit offenen Augen durchs Gelände streift, Gelegenheit, Schmetterlinge zu beobachten und, mit etwas Geduld, auch zu fotografieren.
Ausgesprochene Schmetterlings-Fans bevorzugen deshalb die Mittelmeerländer, unser heisser Tipp für Freunde der Entomologie ist die Sierra de Cazorla in Andalusien. Hier haben Sie alle Ihre Fotomodelle direkt vor der Haustür, und fachkundige Beratung und Führung (vom Autor dieses Beitrags) obendrein.
Aber auch in Deutschland finden wir sie noch, selbst im hohen Norden, beispielsweise bei unseren Freunden an der Ostsee in der alten Kulturlandschaft zwischen Kiel und Lübeck, im Naturpark der Holsteinischen Schweiz mit ihren Seen und ausgedehnten Wäldern. Denn hier ist die Welt noch in Ordnung und die liebliche, sanft hügelige Landschaft lädt Wanderfreunde zu so manchem erholsamen Ausflug ein.
Oft werden sie ganz einfach übersehen, diese kleinen, munteren Falter, winzige Farbkleckse in der bunten Sommerwiese. Dabei funkeln sie in der Vormittagssonne mit den letzten Tautropfen um die Wette, prächtig schillernd in ihrem bunten Farbenkleid.
Schmetterlinge haben seit alters her die Menschen fasziniert. Wer könnte sich denn auch dem Zauber entziehen, den ihre Anmut und Schönheit auf uns ausübt, ihre schier grenzenlose Vielfalt in Form und Farbe, der gaukelnde, scheinbar schwerelose Flug über der blumenübersäten Frühlingswiese?
Doch sind unsere Schmetterlinge nicht nur jene unsteten, flatterhaften Gesellen, die wir von Wanderungen und Spaziergängen durch die Natur her kennen, Sinnbilder eines sorglosen Lebens im hellen Sonnenschein – eines Lebens, scheinbar frei von allen Pflichten und Zwängen, um das wir sie so oft beneiden. Vielmehr haben auch die farbenprächtigen Falter, wie jedes Tier und jede Pflanze, jedes Sandkorn und jeder Wassertropfen, so klein und unscheinbar sie auch immer sein mögen, in dem wundersamen System der Natur ihren festen Platz und ihre, ich bin fast versucht zu sagen: fest umrissenen, Aufgaben.
Denn ihr verborgenes Leben als Raupe besteht vor allem aus Fressen – und so sorgen sie dafür, dass bestimmte Pflanzenarten nicht überhand nehmen. So wie für uns Menschen für bzw. gegen alles irgendein Kraut gewachsen ist, so gibt es für fast jede Pflanze auch ein Tier, das sich von ihr ernährt, sie dementsprechend dezimiert und somit seinen Teil beiträgt zu einem ausgewogenen Haushalt in der Natur.
Einige unserer Schmetterlinge sind regelrechte Allerwelts-Falter, die man noch so gut wie überall antreffen kann. Die Raupen beispielsweise von Pfauenauge, Kleiner Fuchs, Distelfalter oder Admiral leben überwiegend an und von der Brennessel, und daran herrscht ja nun wahrlich kein Mangel.
Andere überleben, weil ihnen eine recht umfangreiche Speisekarte zur Auswahl steht. Wenn sie die angestammte Futterpflanze nicht mehr vorfinden, sind sie, innerhalb gewisser Grenzen, in der Lage umzusteigen auf ähnliche, meist nahe verwandte Kräuterarten, Sträucher oder Bäume.
Extrem schwer dagegen haben es die sog. Nahrungs-Spezialisten, die auf ganz bestimmte Futterpflanzen angewiesen sind, die in einer von Menschenhand gesäuberten Kulturlandschaft einfach nicht mehr vorkommen. Damit verschwinden auch die Falter von der Bildfläche – und so manche Art verabschiedet sich auf Nimmerwiedersehen. Der gesetzliche Schutz bedrohter Arten nützt unseren Schmetterlingen dabei leider herzlich wenig, solange den Tieren auch weiterhin, mit Wissen und Duldung staatlicher Stellen, die Lebensgrundlage entzogen wird.
Ursachen für den rapiden Rückgang mancher Arten sind: in der Land- und Forst- Wirtschaft die Überdüngung und der masslose Einsatz sogenannter “Pflanzenschutzmittel”, sowie das Anlegen immer grösserer steriler Monokulturen, die Begradigung von Bächen und Flüssen, Trockenlegung von Feuchtgebieten und das Beseitigen “störenden Gestrüppes” an Wald- und Ackkerrändern. Hinzu kommt noch die Ausweitung von Städten und Industrieanlagen, der Strassen- und Autobahnbau sowie die allgemeine rücksichtslose Umweltverschmutzung. Mit anderen Worten: durch das grossflächige Zerstören ihrer angestammten, natürlichen Lebensräume werden unsere Schmetterlinge immer seltener. Und das in erschreckendem Tempo.
Auch die Lebensweise der Schmetterlinge ist von Art zu Art sehr unterschiedlich. Manche sind eng an einen bestimmten Standort gebunden, andere bewohnen ein mitunter sehr grosses Gebiet. Wieder andere legen sogar tausende von Kilometern zurück und wandern alljährlich aus südlichen Gefilden bei uns ein, einige gar bis hoch nach Skandinavien.
Die einen bevorzugen offenes Gelände, wie von Gebüsch umsäumte Wiesen, die anderen sind reine Waldbewohner. So manchen Schmetterling findet man nur in tieferen bis mittleren Lagen, die Apollo-Falter (parnassius- Arten) dagegen bevölkern ausschliesslich höhere Gebirge, alpine Matten und Täler, teilweise bis knapp unterhalb der Schneegrenze.
Urlaub für Wanderer und Naturfreunde
Fachliches Wissen zur Tier- und Pflanzenwelt im Naturpark Sierras de Cazorla Segura y Las Villas bieten wir unseren Gästen ebenso wie ein entspanntes, angenehmes Ambiente zum Erholen und Relaxen auf unserer Finca mitten in der Bergwildnis von Andalusien. Auf Wunsch auch geführte Wanderungen und Exkursionen in die Umgebung. Schmetterlings-Jäger sollten dabei die abschliessende Bemerkung beachten:
Das Fangen und Sammeln von Schmetterlingen, früher mal ein beliebter Sport schon für kleine Buben, ist in unserer Zeit, in der so manche Art ums nackte Überleben kämpft, nur noch für rein wissenschaftliche Zwecke zu vertreten. Und auch das nur unter Vorbehalt. Um die Sammlerleidenschaft, die ja auf die eine oder andere Art wohl in jedem von uns steckt, zu befriedigen, greift der verantwortungsbewusste Naturfreund heutzutage besser zur Kamera. Bei solch hektischen Gesellen wie den Schmetterlingen erfordert das zwar Geduld und eine gewisse Übung, aber ein gelungenes Foto in all seiner Lebendigkeit belohnt uns für die Ausdauer – und vermittelt uns weit mehr als der traurige Anblick aufgespiesster Schmetterlinge hinter Glas.
Rolf Möhring, Ferienhaus Adlernest, Sierra de Las Villas / Andalusien




















